Sturzprävention

Immer mehr Menschen werden heute immer älter. So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben ist dabei für die meisten ein großes Ziel.
Stürze leiten immer wieder die Spirale der Pflegebedürftigkeit ein. Statistisch gesehen führt zwar erst jeder 11. Sturz zu schwereren Verletzungen. Wenn Sie jedoch schon gestürzt sind, ist es höchste Zeit etwas zu tun!

Die gezielte Erfassung Ihres Sturzrisikos, die Wohnraumabklärung, Beratung und ein individuelles Bewegungsprogramm zur Sturzprävention beugen Stürzen vor, erhalten Sie beweglich und gleichgewichtssicher.
Je nach Ihrem aktuellen gesundheitlichen Zustand gewinnen Sie ein Mehr an Stand- und Bewegungssicherheit und können dem Abbau der Funktionen im Alter entgegenwirken.

Zugang über physiotherapeutische Verordnung durch den Hausarzt.

Mehr Info über das Projekt  Im Gleichgewicht bleiben...

Christiane Feuerstein "Sturzprävention für ältere Menschen – im Gleichgewicht bleiben" (daSein, Zeitschrift für Pflegende Angehörige, 3/2006)

Die steigende Lebenserwartung ermöglicht ganz andere Aussichten für ein bewusst gelebtes Alter als noch vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig werden aber immer mehr Menschen im Alter allein leben. Grundlage für ein möglichst langes selbstständiges Leben ist Bewegungssicherheit. Denn der Hauptgrund für eine längere Pflegebedürftigkeit sind nach wie vor Stürze.

Dabei führt nicht jeder Sturz zu einer Verletzung statistisch gesehen hat nur jeder elfte Sturz schwerwiegendere Folgen.
Ein Sturz leitet aber häufig eine Spirale der Verschlechterung von Bewegungsfunktionen ein.

Das kennt jeder aus eigener Erfahrung. Man fühlt sich unsicher, der Körper versteift sich, die Atmung wird flacher, der Körperschwerpunkt verlagert sich nach oben, die Reaktionsgeschwindigkeit verändert sich. Alles Faktoren, die einen erneuten Sturz geradezu herausfordern. Es ist daher enorm wichtig, jeden Sturz ernst zu nehmen und sofort gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um erneuten Stürzen vorzubeugen.

EIN GUTER STOLPERER FÄLLT NICHT!
Das "Zaubermittel": Regelmäßig durchgeführte, vielfaltige Bewegung ermöglicht ein "Aussortieren" in der Muskelspannung. Dadurch kann sich der Körper in der Situation rascher angemessen bewegen.

Es gilt, rechtzeitig auf ein regelmäßig durchgeführtes Bewegungsprogramm zu achten. Gleichgewicht und Koordinationsfähigkeit stehen dabei an oberster Stelle.

Da Durchblutung und Vernetzung im Gehirn ganz stark von Bewegung abhängig sind, hält ausreichende Bewegung auch geistig fit.

In der Weiterbildungsreihe "Im Gleichgewicht bleiben" werden ländleweit Leiterinnen von Bewegungsgruppen darin geschult, ihre bisherigen Turn- oder Tanzprogramme für ältere Menschen gezielt so anzupassen, dass ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch wirkungsvoller als bisher "Im Gleichgewicht bleiben" können.

Im Auftrag des Seniorenreferats der Vlbg. Landesregierung und der Initiative Sichere Gemeinden leite ich die vertiefte Auseinandersetzung mit dem "Älterwerden in Bewegung".

Dass hier ein wichtiges Thema aufgegriffen wurde, zeigt sich am enormen Interesse: Es wurde schon die zweite Ausbildungsreihe gestartet.

WER RASTET, DER ROSTET!
Studien zeigen: Wer bereits in jungen Jahren regelmäßig Bewegung betreibt, hat einen deutlichen Vorsprung in der Bewegungssicherheit und Koordinationsrahigkeit. Dabei ist es zunächst zweitrangig, ob getanzt oder gejoggt wird oder ganz einfach Spaziergänge gemacht werden. Bereits eine halbe Stunde zügiges Spazierengehen täglich fördert nämlich neben Herz-Kreislauf- und Atemfunktion vor allem die Fähigkeit zur Balance.

Noch gezielter können diese Fähigkeiten in den Bewegungsgruppen gefördert werden.

GANGSICHERHEIT UND KONTINENZ HÄNGEN ENG ZUSAMMEN!
Wenn die tägliche Gehstrecke wegen Bewegungsunsicherheit oder ungünstiger Wohnsituation immer weiter eingeschränkt wird, verschlechtert sich das Zusammenspiel der Muskeln, die den Körper in der Aufrechten ausbalancieren.

Dadurch übernehmen einige Muskeln nun ständig Haltespannung, während andere sich aus der Funktion "ausklinken". Immer wieder beobachte ich in der Praxis, dass alte Menschen mit Gangunsicherheit und ungewolltem Harnverlust konfrontiert sind. So wie der Erwerb des aufrechten Ganges und das Trockenwerden der Kinder zusammenhängen, können die Betroffenen gleichzeitig mit der Verbesserung ihrer Gangsicherheit auch die Kontrolle über ihre Schließmuskeln wieder erlangen.

Auch für Menschen, die nicht mehr gehen können, bringen regelmäßig durchgeführte spezielle Übungen im Sitzen eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität.

Ein wichtiger Faktor für ein lebenswertes Älter- und Altwerden ist die soziale Komponente in einer geeigneten Bewegungsgruppe. Die speziell geschulten Leiterinnen machen Mut, die Verantwortung für den eigenen Körper wieder zu erlangen und zu pflegen:

Wir tun gemeinsam etwas, das uns gut tut!

Eine Liste der regionalen Turn- und Tanzgruppen mit der ZusatzqualifIkation "Im Gleichgewicht bleiben" ist bei der "Initiative Sichere Gemeinden" in Dornbirn erhältlich.